Stromlieferung als Sozialprojekt?

Der Streit um den Strom geht munter weiter. Aktuell ist weder geklärt, wie hoch sich die Kostenspirale für den Verbraucher noch drehen wird noch, woher zukünftig der Strom kommen soll. Ökostrom oder Atomenergie bleibt ein hitziges Diskussionsthema. Hier ein Vorschlag zur Güte aus Österreich: Sozialstrom.

Dahinter verbirgt sich die Idee, mit sogenannten Prepaidzählern den Strom zu beziehen. Die Prepaidzähler geben erst nach Bezahlung den Strom frei. Das soll eine Anhäufung vom Schulden bei sozial schwachen Familien verhindern helfen, frei nach dem Motto „erst zahlen, denn fließt auch Strom.“ Das Problem an dieser Regelung ist, dass sozial schwache Familien häufig ja nicht böswillig Stromschulden anhäufen. Sie sehen sich einfach oft außerstande, die Kosten zu bezahlen. Das Amt zahlt nicht einzeln für Strom, die Zahlung dafür muß aus dem normalen Sozialhilfe-Satz bestritten werden.

Nun ist aber gerade der Stromverbrauch in schlecht ausgestatteten Wohnungen verhältnismäßig größer als in vergleichsweise gut ausgestatteten Wohnungen. Die Folge davon, die Kosten explodieren, und sind von den geringen Sozialleistungen einfach nicht zu bezahlen. Mit den städtischen Versorgern ist eine Weile gut Kirschen essen und oft können Ratenzahlungen vereinbart werden. Fällt diese Möglichkeit weg, dann stehen die Familien buchstäblich ohne Saft da. Das sehen Menschen wie Max Lugner, der sich um Bedürftige kümmert sehr kritisch. „Wenn die Leute dann aber das Geld nicht haben, können sie zum Teil nicht einmal mehr kochen.“

Bislang gibt es solche Prepaidzähler als Modellprojekte in Salzburg und Umgebung. 165 sind es insgesamt. Doch dieses Projekt ist aus den oben genannten Gründen heftig umstritten. Ob diese „Soziale Variante“ auch in Deutschland eine Alternative wäre, steht noch nicht fest. Fakt ist, für die Stromversorger wäre diese Lösung sehr günstig, denn so müssten sie keinen säumigen Schuldnern mehr hinterherlaufen und nicht auf Kosten sitzen bleiben. Für die sozial schwachen Menschen kann sich dadurch die Spirale aber trotzdem weiter nach unten drehen, denn gibt es keinen Strom werden die einfachsten Dinge des Alltags zukünftig nicht mehr möglich sein.

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